Während zu Beginn des Jahrtausends die Managementberatung noch fast ausschließlich eine Männerdomäne war, sind Frauen in diesem Berufsfeld aktuell gefragter denn je. Immer flexiblere Arbeitsmodelle und das Bestreben der Unternehmen, weibliche Stärken im Consulting einzusetzen, lassen die Managementberatung zu einer attraktiven Karriereoption für Frauen werden.

Die Managementberatung wird auch als Strategieberatung bezeichnet und häufig als Königsdisziplin des Consultings betitelt. Consultants beraten die Managementebene von Unternehmen und unterstützen sie bei der strategischen Ausrichtung. Verantwortung und auch die mögliche positive Auswirkung einer gelungenen Beratung sind sehr hoch, weswegen die Anforderungen wie auch die Bezahlung in der Regel sehr hoch sind. Auch wenn das öffentliche Bild von Strategieberatern eher tough und männlich ist, bietet die Branche auch Frauen spannende Karriereperspektiven. Viele Unternehmen sind auf der Suche nach berufserfahrenen Strategieberatern und -beraterinnen oder bilden Einsteiger aus.

Karrieremöglichkeiten als Managementberater

Managementberater sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt und es gibt eine Reihe von Jobangeboten für kompetente Consultants. Die gesamte Consultingbranche wächst seit vielen Jahren und es werden stetig neue Stellen geschaffen. Die Managementberatung als Königsdisziplin der Unternehmensberatung verspricht bei überdurchschnittlichem Arbeitseinsatz und ausgeprägten analytischen und kommunikativen Fähigkeiten einen schnellen Weg nach oben. Im Durchschnitt sind zwischen 39.000 und 47.0000 Euro pro Jahr als für den Einsteiger gängig. Mit mehr Verantwortung und mehrjähriger Erfahrung kann der Verdienst auch bis zu 90.000 Euro betragen. Besonders lukrativ sind Partnergehälter, die nicht selten sechsstellig sind. Diese Gehaltsangaben hängen selbstverständlich von der Branche und der Größe des Unternehmens ab.

„Female Power“ ist in der Managementberatung gefragt

Seit der Jahrtausendwende hat der Anteil von Frauen in der Unternehmensberatung deutlich zugenommen. Aktuell beträgt der Frauenanteil laut einer Studie bei Berufseinsteigern bei 31,5 Prozent, ein deutliches Plus zu den 19,9 Prozent aus dem Jahr 2000. In der Führungsebene zeichnet sich ein etwas ernüchterndes Bild ab: Zwar ist auch hier der Anteil von weiblichen Beratern gestiegen, dennoch bleibt viel zu tun. So suchen viele Beratungshäuser mittlerweile gezielt nach weiblichen Consultants und versuchen die Stellen unter anderem über individuelle Arbeitszeitmodelle attraktiver zu machen.

In der Managementberatung werben die Unternehmen verstärkt um Bewerberinnen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, den Fachkräftemangel auszubügeln oder die Gleichstellung von Frauen voranzutreiben. Vielmehr werden Stärken von Frauen gezielt in die Strategieberatung eingebracht. Laut Branchenexperten hätten Frauen große Vorteile, wenn es darum gehe, Zwischentöne aufzugreifen und verschiedene Meinungen einzubinden. Auch bei der Argumentation und Problemlösung verhielten sie sich anders und brächten andere Themen ein. Gemischte Teams mit Menschen verschiedener Geschlechter und Nationen würden erfahrungsgemäß besser und erfolgreicher zusammenarbeiten.

Die Führungsetagen in vielen Unternehmen werden von Männern dominiert. Deswegen ist es besonders wertvoll, wenn bei der Managementberatung auch Frauen eingesetzt werden. Sie bringen die erwähnten anderen Themen und Perspektiven ein und tragen zu einer erfolgreicheren Unternehmensstrategie bei.

So werben die Beratungsunternehmen um Frauen

Die Unternehmensberatungen gehen gezielt vor, um gute Frauen für die Managementberatung zu finden. Beispielsweise werden Ausschreibungen für vermehrt so verfasst, dass sie für weibliche Bewerber attraktiv sind. Formulierungen wie „Teamarbeit ist uns wichtig“ führen laut Personalern zu mehr Bewerbungen von Frauen. Flexible Arbeitszeiten, Elternzeiten oder die Möglichkeit von Sabbaticals sind weitere Punkte, auf die Bewerberinnen Wert legen. Mit speziellen Veranstaltungen wie einem Frauentag wollen die Unternehmen zeigen, dass Frauen in der Managementberatung gefragt und erwünscht sind. Außerdem können potenzielle Bewerberinnen sich davon überzeugen, dass viele Bedenken über eine mögliche Consultingkarriere unbegründet sind.

Wie sich Familie und in der Managementberatung vereinen lassen

Ein überdurchschnittliches Gehalt und schnell wachsende Verantwortung klingt für viele Einsteigerinnen in der Managementberatung verlockend. Wenn aber nach ein paar Jahren die ersten Gedanken an Kinder aufkommen, haben viele Frauen das Gefühl, sie müssten eine „Entweder-oder-Entscheidung“ treffen. Die Arbeitsbedingungen in der Managementberatung erscheinen dann häufig als wenig familienfreundlich. Die erwartete Reisebereitschaft und Projekte beim Klienten vor Ort erweisen sich als schwierig für Consultants mit Kinderwunsch.

Karriere und Familie zu vereinen ist aber dank flexibler Arbeitsmodelle auch in der Managementberatung immer weniger ein Problem. Um mitunter eine bessere zu ermöglichen bieten immer mehr Beratungshäuser die Möglichkeit die Arbeitsstunden zu reduzieren oder gelegentlich von zu Hause aus zu arbeiten. Während die Unterbrechung einer Tätigkeit aufgrund der Geburt von Kindern früher häufig den Weg auf der Karriereleiter gestoppt hat, ermöglichen heute immer mehr Unternehmen die Wiederaufnahme von Führungspositionen nach der Elternzeit.